Wer sich öfters im Raum Graz mit dem Auto bewegt, dem werden sie schon aufgefallen sein. Die Rede ist von den Überkopfanzeigen auf der Autobahn. Egal von welcher Seite man Graz besuchen möchte, man findet sie überall.
Nur welchen Sinn haben diese Überkopfanzeigen?
Nun ja, normalerweise sollten diese Anzeigen helfen, den Verkehr so zu beeinflussen, dass jeder Verkehrsteilnehmer eine Information erhält, mit der er etwas anfangen und entsprechend handeln kann. Z.B. zeigen diese Überkopfanzeigen bei Nebel den Hinweis “Nebel” und bei Regen den Hinweis “Nässe” mit einer Richtgeschwindigkeit an. Manchmal zeigen diese auch einen Stau an bzw. eine entsprechende Staugefahr. Und nicht immer, aber immer öfters, zeigen diese Tafeln eine Richtgeschwindigkeit von 100 an, mit dem lustigen Zusatztext “IG-L”.
Das ist ja jetzt alles recht schön… aber?
Kein aber. Für elektrische Überkopfanzeigen, die in Österreich mit gut 176.000.000 Euro zu Buche geschlagen haben, kann man sich doch erwarten, dass bei Regen diese Tafel “Regen” und bei Nebel den Wortlaut “Nebel” anzeigt. Hätte man das Ganze auch noch für alle verständlich gemacht, so wäre der Preis zwar nicht so gering, aber dafür würden wir z.B. auch Wortlaute wie “Rain” oder “Fog” lesen können. Aber irgendwo muss man ja sparen. Deshalb gleich eine Bitte: Nicht über die ausländischen Autofahrer schimpfen, wenn sie die erlaubte Maximalgeschwindigkeit nicht einhalten, vielleicht heisst das Wort “Nebel” oder “Nässe” in seiner Sprache etwas anders
Aber zurück zum IG-L
Was heisst das nun genau? Nun IG-L heisst “Immissionsschutzgesetz-Luft”. Darunter versteht man in erster Linie eine Einführung des Grenzwertes für Feinstaub und anderseits einen Grenzwert für Stickstoffdioxid. Und damit diese Grenzwerte nicht überschritten werden (EU-Verordnung) muss man hin und wieder bestimmte Geschwindigkeiten fahren, damit diese Werte klein gehalten werden. Gut in der Theorie… Praxis? Auf wiedersehen.
Ich als Laie traue mich ja zu behaupten, dass es bei Regen, Nebel oder Schnee keinen Feinstaub gibt. Warum sage ich das? Nun ja, wo nichts staubt, da ist kein Feinstaub. Und wie soll etwas bei Nässe stauben können? Diese Frage sieht man umso kritischer, wenn man als Pendler bei den oben genannten Wetterverhältnissen mit einem 100er herum krebst, weil eine Überkopfanzeige die LEDs “100 – IG-L” aktiviert hat.
Noch mal meine Frage: Wie soll etwas stauben, das nicht stauben kann, weil nass?
Nun ja, aus diesem Grunde wurde ich von netten Zivilpolizisten einmal angehalten (sie waren wirklich nett). Meine Durchschnittsgeschwindigkeit betrug ca. 128km/h bei aktiviertem IG-L 100er. Nun den, auf eine Diskussion mit den beiden Herren wollte ich mich nicht einlassen, wohl aber auf Rede und Antwort von den zuständigen Abteilungen/Firmen…
Mein erster Kontakt, das Umweltamt des Landes Steiermark
Das Umweltamt der Steiermark haben alle möglichen Daten online zur Verfügung gestellt. Eine entsprechende eigenhändige Recherche habe ich schnell abgebrochen, da ich die vielen Zahlen nicht ohne Hilfe interpretieren konnte. Da aber auch eine Telefonnummer angegeben war, habe ich mal kurzer Hand dort angerufen. Der nette Herr am anderen Ende erklärte mir auch die Zahlen sehr genau und meinte auch, dass am Tag meiner IG-L 100 Überschreitung keine Überschreitung des Grenzwertes vorlag. Aber (Zitat Anfang) die Asfinag führte weitere Berechnungen durch, die sich ihrer Kenntnis entziehen und wenn ich wirklich wissen will, warum ein IG-L 100er aktiviert war, so möge ich mich dorthin wenden (Zitat Ende).
Nun denn…
